Schmerz

  • Schmerzen haben eine hilfreiche Funktion:
  • Sie warnen vor Verletzungen und veranlassen uns, eine Schutzhaltung einzunehmen.
  • Schmerzen können uns vor größeren Beeinträchtigungen bewahren.
  • Schmerzen sind körperliche Hinweisgeber über Dinge, die uns nicht gut tun.
  • Die Stäke des Schmerzempfindens sowie das Empfinden als solches sind sehr individuell.

Jeder kennt das beliebte Beispiel aus Wettkämpfen, bei denen der Sportler seine Verletzung gar nicht spürt, weil er völlig in seinem Sport aufgeht.

Man kann also folgern, dass bei der Empfindung von Schmerz Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren eine Rolle spielen.

Chronischer Schmerz hingegen hat seine Warnfunktion verloren und wird als eigenständiges Krankheitsbild behandelt.

  • Ihre persönliche Lebensqualität ist erheblich beeinträchtigt.
  • Ihr Schmerz hält sie von Aktivitäten fern, die Ihnen einst Freude bereitet haben.
  • Er bestimmt Ihre Stimmung und Ihre Offenheit für andere Personen.
  • Ihr berufliches Leistungsvermögen ist eingeschränkt, da Ihre Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt ist.
  • Immer häufiger ziehen Sie sich von sozialen Kontakten zurück.
  • Das anfängliche Verständnis durch Ihre Familie, Partner Freunde schwindet. Immer öfter begegnet man Ihnen ungeduldig und gereizt. Dies führt immer häufiger zu Konflikten.
  • Sie ziehen sich zurück.
  • Sie leiden und suchen nach einem Schalter, den Schmerz einfach abzustellen.

Chancen der Hypnose

Bei Schmerz handelt es sich um einen vom Gehirn gesteuerten Prozess, bei dem der sensomotorische Kortex die entscheidende Rolle spielt.

Das Ansteuern des sensomotorischen Kortex ist über Hypnose leicht, effizient und wirkungsintensiv. Wenn Schmerzen als Signal vom Körper gesendet werden und wir in der Hypnose dieses Signal zur Kommunikation mit dem Schmerz nutzen, lernen Sie den Schmerz erst einmal näher kennen. Sie lernen den Schmerz zu definieren und erkennen, welches Verhalten Ihrerseits den Schmerz größer oder kleiner werden lässt. Sie finden Wege, die Ihnen die Macht über Ihre Schmerzen zurückgeben.

Grenzen der Hypnose

Einschränkend gilt zu sagen, dass hier zwischen körperlichen und zentralen Schmerzen unterschieden werden muss.

Zum zentralen Schmerz zählen Migräne und Epilepsie.

Diese Schmerzen werden nicht über den sensomotorischen Kortex verarbeitet, d.h. sie entstehen von innen heraus. Sie sind deshalb nicht effizient mit Hypnose zu behandeln.

Hypnose nutze ich für die folgenden Ziele:

  • Schmerzabschaltung beim Zahnarzt (vorübergehende Analgesie)
  • Arbeit an Schmerzen, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann
  • Bewältigung von unfallbedingten Schmerzen

In der Anamnese klären wir vorab die folgenden Fragen:

  • Wie lange haben Sie den Schmerz?
  • Wo genau sitzt der Schmerz und wie fühlt er sich an?
  • Wie häufig tritt er auf?
  • Gibt es Tage und Situationen, zu denen sie den Schmerz nicht wahrnehmen?
  • Reagiert er auf bestimmte Bewegungen?
  • Fühlen Sie ihn bei Wetterwechsel?
  • Gibt es eine körperliche Ursache?
  • Haben Sie einen Arzt konsultiert und empfiehlt dieser eine körperliche Behandlung?
  • Nehmen Sie Schmerzmedikamente ein?

Beugen Sie sich über Ihren Schmerz wie über ein Kind, das sie sanft streicheln möchten.

(Jack Kornfield)